Wichtige Tugend, stets Kritik zu üben

Mit einem Festakt und einem abschließenden Abschlussball mit Feuerwerk beendeten die Zehntklässler und Abiturienten der Jeetzeschule im Salzwedeler Kulturhaus ihre bisherige Schullaufbahn.

Traumnotendurchschnitt für Sonja Halbach Salzwedel (Quelle: Volksstimme Oliver Becker)

Es war die erste Veranstaltung dieser Art, informierte Schulleiterin Antje Pochte vor Beginn der Festveranstaltung, sozusagen die Premiere. Da es mit den Räumlichkeiten nicht so geklappt hatte, hatte sich die Schulleitung, in Absprache mit den Schülern und Elternvertretern, dazu entschlossen, den Abschlussball gemeinsam im Kulturhaus zu veranstalten. Wenn alles funktioniere, seien Fortsetzungen geplant, so die Schulleiterin. Sie wisse natürlich, dass die Schüler der 13. Klasse in den Vorjahren auf ihr Abitur hingearbeitet hätten, aber auch auf ihren Abiturientenball. Aber diesen mit nur zehn Schülern umzusetzen, sei nicht ganz so einfach. Als Entschädigung versprach Antje Pochte den Abiturienten in ihrer Eröffnungsansprache eine Überraschung im Laufe des Abends.

Zeugnisse bilden Basis für das Leben

Zunächst aber erfolgte der offizielle Teil, denn jeder Schüler wollte sein Zeugnis in den Händen halten, wofür er in den vergangenen Jahren gelernt und geschwitzt hatte. Diese Zeugnisse bilden die Basis für ihr weiteres Leben. Mit dem Abschluss war nur eine Zwischenstation erreicht worden, denn auch das weitere Leben würde vom ständigen Leben begleitet werden. Ob nun fortführend beim Abitur, beim Studium oder in einer Ausbildung.

Die Klassen der Jeetzeschule, Stammgruppen genannt, tragen jeweils den Namen von Flüssen. Weil Flüsse am besten Schulklassen charakterisieren würden, begründete Antje Pochte diese Besonderheit. In Flüssen gäbe es Strömungen und Verwirbelungen, mal Überschwemmungen, aber auch ließe so manche Trockenzeit das Flussbett austrocknen. Aber Flüsse bedeuten immer Bewegung und Leben.

Panta Rhei – alles fließt – lautet auch das Motto der Schule. So verabschiedete sie am Freitag die Kubango- und die Darling-Stammgruppe. Der Kubango oder auch Okawango durchfließt den südafrikanischen Kontinent von Angola bis zu den Sümpfen Botswanas. Der Darling ist der längste Fluss Australiens, erläuterte sie. Beide Stammgruppen könnten stolz auf das erreichte Ergebnis sein. Von 31 Schülern erreichten 18 den erweiterten Realschulabschluss. Die Klassen beendeten ihre Schulzeit mit einem Durchschnitt von 2,2 und 2,3, während die umliegenden Schulen auf einem Durchschnitt von 3,0 kamen. Jahrgangsbeste wurden Linda Krüger und Karla Donath mit einem Durchschnitt von jeweils 1,5.

Papageien, Koalas und Möwen

Stammgruppenbetreuer Holger Thiel erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Flüsse auch von Tieren bevölkert würden, deren Eigenschaften denen der Schüler ähnelten. So gäbe es bunte Papageien, sehr langsame Koalas, Möwen, die oft ihren Schnabel aufreißen würden, ohne etwas zu sagen, aber auch Erdmännchen, die ehrfurchtsvoll auf Lehrer und Eltern aufschauen. Thiel erinnerte aber auch daran, dass beim Fußballspiel zehn Deckenplatten zu Bruch gegangen seien, diese aber durch die Schüler erneuert worden waren, was für Verantwortungsbewusstsein stehen würde. „Ich bin so stolz auf euch und verlasse euch schweren Herzens“, sagte Thiel.

Michael Benecke dankte als Schülervertreter den Lehrern dafür, dass neben dem Lehrstoff auch Werte wie Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Offenheit vermittelt wurden. Aber auch dafür, dass ihnen an der Schule die größtmögliche Freiheit eingeräumt wurde, um sich entwickeln zu können.

Auch die Abiturklasse trug mit Jangtsekiang einen Flussnamen. Die zehn Schüler erreichten einen Notendurchschnitt von 2,05. Der Landesdurchschnitt im letzten Jahr lag bei 2,4. Das beste Ergebnis erzielte Sonja Halbach mit einem Traumnotendurchschnitt von 1,1.

Der Dank der Schüler, vorgetragen von Wenzel Urban, galt in erster Linie den Eltern, die immer an ihrer Seite gestanden hatten. Statt einem Heim wurde ihnen so stets ein Zuhause gegeben. Mit dem Papier, das belege, wie schlau sie wohl seien, würde ihnen eine Welt der Möglichkeiten eröffnet. Die wichtigste Tugend, die ihnen die Jeetzeschule mit auf dem Weg gegeben habe, sei die, stets Kritik zu üben.

Ausgezeichnet wurden an dem Abend auch die Schüler, die sich an einem Projekt ihrer russischen Partnerschule in Nabereshnyje Tschelny in Tatarstan beteiligt hatten. Die Schule in Russland hat eine Kooperation mit der dortigen Universität. Die eingereichten Arbeiten wurden übersetzt und in einem Forum bewertet. Alle Arbeiten erhielten aufgrund ihres Inhaltes ein Diplom.

Nach dem offiziellen Teil wurde ordentlich gefeiert und so manche Erinnerungen wieder aufgefrischt. Die versprochene Überraschung für die Abiturienten löste sich zu später Stunde sprichwörtlich in viel Rauch auf. Aber zunächst erfreute der Lichterglanz des Feuerwerks auf dem Kulturhausplatz nicht nur die Abiturienten, sondern auch ihre Schulkameraden der zehnten Klassen und die Gäste des Balls.

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