Leserbrief auf Bericht und Kommentar der Volksstimme

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Ilka Dankert – Lehrerin am Gymnasium im Leserbrief veröffentlicht von der Volksstimme: „Mit einigem Befremden las ich den Artikel über die Abiturleistungen der Jeetzeschule. Störend wirkte bereits der Titel, der wohlwollend formuliert auch: „Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erreichten das Abitur“ hätte heißen können.

Als langjährige Beobachterin der Entwicklung der Jeetzeschule, die mit ihrem freien Konzept bereits einige hervorragende Ergebnisse in den Schulabschlüssen der 10. Klassen erreichte, beglückwünsche ich alle am diesjährigen Abiturerfolg der Schülerinnen und Schüler maßgeblich beteiligten Lehrkräfte, die Schulleitung, die übrigens nicht in jedem Fall uneingeschränkte Unterstützung seitens der Schulbehörde genoss, und besonders die Abgänger selbst zum bestandenen Abitur bzw. zur bestandenen Fachhochschulreife.

Alle Schülerinnen und Schüler, auch diejenigen, die mit der Fachhochschulreife die Schule verlassen, haben in ihrer Schulzeit an der Jeetzeschule ganz bestimmt keine Zeit vertan, sondern über das an Regelschulen angebotene Lernpensum hinaus wichtige Erfahrungen gesammelt. Das Konzept der Jeetzeschule ist ohne Vergleich in der Schullandschaft Sachsen-Anhalts und wird sicher, wie Herr Schulze bekannte, weiter entwickelt werden. Das ist deren großes Potenzial.

Lehrerinnen und Lehrer haben in ebenso harter wie engagierter Arbeit ihre Schülerinnen und Schüler in sechs Jahren auf den Abschluss der 10. Klasse und danach, in einem gänzlich neuen Abschnitt, in drei Jahren auf das Abitur vorbereitet. Das ist eine Gesamtschule und kein Gymnasium. Hier sortiert man nicht aus, hier wird bewusst GEMEINSAM gelernt und es bleiben nicht von fast 120 nur etwas mehr als 60 Schüler zum Abitur übrig. Hätte man recherchieren gelernt, wäre einem Redakteur nicht entgangen, dass hier zwei höchst unterschiedliche Systeme verglichen werden.

Der genannte direkte Vergleich der Abiturerfolge der Gymnasien im Umfeld ist für Statistiker, zumindest diejenigen, die sich ernsthaft mit Statistiken auseinandersetzten, lediglich ein Augenzwinkern wert.

Der Weg, den alle jungen Menschen nach dem Abitur beschreiten und die dann gesetzten Ziele werden die Lebenstüchtigkeit, das soziale Engagement und natürlich auch entsprechende fachliche Kompetenzen einfordern. Ich bin sicher, dass alle Absolventen der Jeetzeschule bestens darauf vorbereitet wurden und wage zu bezweifeln, dass negative Impulse oder Leistungsdruck, wie ihn viele Kinder in Regelschulen empfinden, bessere Begleiter für das Lernen sind.

Ich wünsche allen Schulabgängern aller Schulen im Umkreis alles Gute, viel Erfolg und die nötige Portion Glück für die Zukunft, allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern erholsame Ferien.“

Ilka Dankert, Klötze, Lehrerin am Gymnasium 24.07.2014

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