Gespräch im Ministerium

(Quelle: VOLKSSTIMME  Alexander Walter) Nach Bekanntwerden eines internen Berichts des Kultusministeriums über Mängel in der Jeetzeschule ist der Vorstand des Trägervereins zu einem Gespräch nach Magdeburg gereist. Nicht in allen Punkten kam eine Einigung zustande.

Marco Tullner Jeetzeschule 6

Zwei Monate nach Bekanntwerden eines internen Berichts des Kultusministeriums über Mängel in der Freien Jeetzeschule ist der Vorstand des Trägervereins am Mittwoch zu einem Gespräch mit Mitarbeitern der Behörde sowie des Landesschulamtes nach Magdeburg gereist. Thema waren Beanstandungen, die ein Sachbearbeiter des Ministeriums in dem 27-seitigen Papier zusammengefasst hatte. So hatte er unter anderem die Einstellung nicht qualifizierter Lehrer, die rechtswidrige Aufnahme von Schülern sowie hygienische und bauliche Probleme bemängelt (wir berichteten). Zu einer abschließenden Bewertung kamen die Gesprächsparteien offenbar nicht.

Diskutiert worden sei unter anderem die Frage, ob die Freie Schule Lehrer mit einem DDR-Diplom statt des üblichen Zweiten Staatsexamens als Abschluss einstellen durfte, sagte Berthold Schulze, Geschäftsführer der Jeetzeschule, gestern. „Hier gibt es unterschiedliche Auffassungen“, sagte Schulze. Bei der Bewertung dieser Frage seien beide Parteien nun auf die Entscheidung von Gerichten angewiesen.

Zu weiteren Punkten wollten sich weder Berthold Schulze noch Karina Kunze, Pressereferentin des Kultusministeriums, äußern. Kunze erklärte auf Anfrage lediglich, bei den Gesprächen zwischen Ministerium und Jeetzeschule handele es sich um ein laufendes Verfahren.

Mitteilungsfreudiger waren Mitarbeiter der Behörde noch im Februar: Nach Bekanntwerden des internen, 27-seitigen Berichts durch einen Artikel der Volksstimme vom 25. Februar, hatte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) öffentlich erklärt, er halte die im Papier aufgelisteten Mängel für so schwerwiegend, dass er die Schule zu einer Stellungnahme auffordern werde. Mitarbeiter des Ministeriums drohten gar mit dem Entzug der staatlichen Zuschüsse für die freie Schule – ein Schritt, der für die Einrichtung gravierende wirtschaftliche Folgen hätte.

Mehr finden Sie unter: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/salzwedel/1465235_Gespraech-im-Ministerium.html

Der Trägerverein der Jeetzeschule erfuhr nach eigenen Angaben erst aus der Presse von der Existenz des Berichtes. Nachdem die Schule das Dokument inklusive Aufforderung zur Positionierung am 4. März erhalten hatte, äußerte sich der Vorstand vor dem 23. März schriftlich zu den angeführten Beanstandungen. In der Folge kam es in dieser Woche nun zum Treffen zwischen der Schule und den Behörden.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Dazu, wann mit einer abschließenden Bewertung des Ministeriums zu rechnen ist, und welche Konsequenzen im Raum stehen, äußerte sich Berthold Schulze nicht. Zumindest in der Frage der Einstellung von – aus Sicht des Ministeriums – nicht qualifizierten Lehrern dürften aber die Gerichte den Zeitplan vorgeben.

Die Landtagsfraktion der CDU hatte in Reaktion auf ein Schreiben der Jeetzeschule übrigens im März um einen Sachstandsbericht beim Ministerium gebeten. Noch am 19. März hatte Sprecherin Sandra Hietel erklärt, ihre offizielle Haltung werde die CDU-Fraktion von dem Bericht abhängig machen. Inzwischen gibt man sich auch hier deutlich bedeckter. „Da es sich um ein laufendes Verwaltungsverfahren handelt, können keine weiteren Aussagen diesbezüglich getätigt werden“, sagte Hietel.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Spenden für die Jeetzeschule

Zum Spendenformular
 
Zum Spendenshop


 
 


  • Es knirscht an vielen Stellen
    Einerseits haben die Reformen zu zahlreichen positiven Entwicklungen geführt, andererseits jedoch auch zu neuen Problemen und unbeabsichtigten Begleiterscheinungen, denn viele alte und neue Strukturen sind noch nicht gut aufeinander abgestimmt.
  • Spitzenforscher für Deutschland gewinnen
    Der Wohlstand Deutschlands als Wissens- wie Industriegesellschaft hängt entscheidend davon ab, wie weit es gelingt, in Wissenschaft, Forschung und Transfer international eine Spitzenstellung einzunehmen und zu halten.
  • Erster Schulleitungsmonitor
    Der Schulleitungsmonitor der Universität Duisburg-Essen (UDE) gibt erstmals systematisch Auskunft darüber, welche konkreten Unterstützungsbedürfnisse Schulleitungen in Deutschland haben.
  • Ohne Titel
    Bald werden hier zukünftige Webinare dargestellt. Derweil können Sie sich die Webinar-Aufzeichnungen von Schule im Aufbruch Österreich anschauen. Der Beitrag erschien zuerst auf Schule im Aufbruch - Deutschland.
  • Schul – Landkarte
    Vollbildanzeige (öffnet sich in neuem Tab) Der Beitrag Schul – Landkarte erschien zuerst auf Schule im Aufbruch - Deutschland.
  • „Schule im Aufbruch“ – Fest 2016
    Inspirieren – Vernetzen – Ideen für 2017 austauschen – Ermutigen – Feiern “Schule im Aufbruch” ist heuer 3 Jahre alt: Tausende TeilnehmerInnen und hunderte Schulen sind bereits Teil von „Schule im Aufbruch“.Am 30. November zeigen wir einen kurzen Überblick über die Aktivitäten des Jahres und geben einen Ausblick auf 2017 – und wir freuen uns, […]
  • Nahrungsergänzungsmittel für Kinder - Paprika oder Pillen?
    Jedes zehnte Kind in Deutschland bekommt täglich Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Die Auswahl in Drogeriemärkten, Discountern und Apotheken ist groß. Doch der Vitaminbedarf bei Kindern ließe sich auch auf andere Weise decken.Deutschlandfunk, VerbrauchertippDirekter Link zur Audiodatei
  • Cloxit - Der Streit um die richtige Zeit in Europa
    Im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine Stunde zurück – viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung. Bei einer Online-Umfrage der EU sprachen sich mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung dieser Praxis aus. Welche Vor- und Nachteile hätte das?Deutschlandfunk, Wissenschaft im BrennpunktDirekter Link zur Audiodatei
  • Schlafforschung - Biologische Hürden der Zeitumstellung
    Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen Ende März 2019 zum letzten Mal die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden. Fachleute begrüßen das grundsätzlich. Aus ihrer Sicht widerspricht der künstliche Wechsel der biologischen Uhr des Menschen.Deutschlandfunk, Wissenschaft im BrennpunktDirekter Link zur Audiodatei
Unsere Empfehlung

Blick über den Zaun  . . . ist ein Verbund reformpädagogisch orientierter Schulen, der seit 1989 besteht, um Schulentwicklung „von unten" zu betreiben. Ziel des ‚Blick über den Zaun' ist es, durch regelmäßigewechselseitige Besuche („peer reviews"), durch Tagungen und das Anwerben weiterer Schulen dazu beizutragen, dass Schulen im direkten Erfahrungsaustausch voneinander lernen: einander anregen, ermutigen, unterstützen. Grundlage der gemeinsamen Arbeit sind das Leitbild sowie dieStandards, die auf den nebenstehenden Grundüberzeugungen aufbauen.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.