Jobcenter-Satire in Jeetzeschule

Gymnasiasten der Oberstufe begeistern mit schwarzhumorigem Theaterstück „Der Nächste bitte!“

„Der Nächste bitte!“ Dieser oft in Jobcentern zu hörende Aufruf war am Montagabend Titel eines Theaterstücks in der Jeetzeschule. Das satirische Stück von Andreas Kroll, das sich mit der Arbeitsweise in Jobcentern auseinandersetzt, wurde umgesetzt von Schülern der 11. Klasse.

In einer simulierten Umschulungssituation verzweifelt der Leiter an den Umschülern. Foto: Christoph Zempel Volksstimme

Salzwedel l Die Vorhänge sind zugezogen, die Bühne ist angerichtet, und das berüchtigte Banner des Jobcenters kleidet den Bühnenhintergrund in ein für Menschen, die bereits mit dem Jobcenter zu tun hatten, eher unerquickliches Gewand.

Während die Aula hauptsächlich mit Angehörigen der Schüler gefüllt ist, sieht das Publikum Szenen mit absurden Dialogen, bunt-bizarren Kostümen und einer üppigen Portion schwarzem Humor. Es werden Umschulungen, Vermittlungsgespräche oder Dienstbesprechungen simuliert. Exemplarisch ist eine Umschulung, in der der Leiter verzweifelt Bewerbungssituationen einzuüben versucht. Besonders auffallend sind die gekonnten Betonungen der Schüler. Mal ist es ein sächsischer Dialekt, mal ein südländischer Akzent und dann wieder ein niederländischer, der Silvie Meis in nichts nachsteht. Das Stück endet mit einer Besprechung, in der sich die Angestellten auf Sparmaßnahmen einigen. Sie verlassen die Bühne, „Fördern und fordern“ skandierend, getreu dem Jobcenter-Motto.

Die Schüler äußern sich im Anschluss sehr zufrieden, genauso wie mit der vergangenen Projektwoche in Zethlingen, in der sie das Stück einübten. Dessen sozialpolitisches Thema findet der 17-jährige Michael Benecke nicht nur wegen der bevorstehenden Bundestagswahl wichtig, sondern auch wegen ihrer eigenen Zukunft. Gefallen hat ihm zudem die Projektwoche. Linda Krüger (16) sieht das ähnlich. „Es war ein bisschen wie auf Klassenfahrt.“ Es bestätigt sich das Empfinden von Theaterpädagogin Charlotte Knappstein. Sie glaubt, das Schwarzhumorige spreche die Jugendlichen an. „So kann man sich einem ernsten Thema spielerisch nähern.“ Gemeinsam mit Lehrer Holger Thiel und Carolin Stekla leitet sie das Stück, das am 26. September erneut zu sehen sein wird. Die Eltern können jedenfalls stolz sein auf die Leistungen ihrer Sprösslinge.

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