Kunstprojekt mit Performance „Phönix“ eröffnet

Jeetzeschüler befassten sich mit dem Satz des griechischen Philosophen Heraklit: „Alles fließt, alles ist in Bewegung“


Mit der Performance „Phönix“ wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Fotos: Oliver Becker VOLKSSTIMME

Quelle: Volksstimme von Oliver Becker / Panta Rhei entstammt dem Griechischen und ist eine dem griechischen Philosophen Heraklit zugeschriebene Redewendung und bedeutet soviel wie: „Alles fließt, alles ist in Bewegung.“ Die Jeetzeschule Salzwedel verarbeitete diesen antiken Ausspruch, der immer noch seine Berechtigung hat, in ihrem diesjährigen Kunstprojekt. Und präsentierte in dieser, die in den zwei zurückliegenden Wochen entstandenen Werke der Schüler der 9. Klassen.


Mit ihrem „Wasserkleid“ hatten Nilam Rasouli, Anna Knjasewa und Jana Kurdenkowa das Projekt Panta Rhei sehr dekorativ umgesetzt.

Wie bereits in den Jahren zuvor, entstanden die Exponate in Zusammenarbeit mit Schülern des befreundeten Dawydow Gymnasiums aus dem rund 3100 Kilometer entfernten Naberezhnyie Tschelny, gelegen in der russischen Teilrepublik Tatarstan, rund 250 östlich der Landeshauptstadt Kasan. „Es waren zwei spannende Wochen“, resümierte Kunsthausmitarbeiterin Anne Buch über die vorbereitenden Arbeiten zur Ausstellung. „Und es war schön, euch dabei über die Schulter zu schauen.“

Dabei war es nicht um die Werkstücke gegangen, die in dieser Zeit entstanden, sondern um den persönlichen Entwicklungsprozess. Es war wichtig zu beurteilen, wie die Schüler ihre Ideen umsetzten, wie sie mit Problemen umgingen, wie die persönlichen Meinungen in die jeweiligen Gruppen eingebracht wurden und ob die Teilnehmer ihre jeweiligen Stärken in die Gruppen eingebracht hatten.

Sprachbarrieren wurden dabei überbrückt und der Besuch der Ausstellung „Broken brushes“ gab zusätzliche Denkanstöße hinsichtlich der Güter Freiheit und Frieden. Denn wie die Ausstellung eine Etage höher belegt, war es nicht immer so. Judith Sheltonoshko, Russischlehrerin an der Jeetzeschule, übersetzte die Worte für die Gäste ins Russische.

Die Kunstlehrerinnen Manuela Gärtner, Bettina Müller von der Jeetzeschule und Tatjana Sungatullina hatten zusammen mit dem Salzwedeler Fotografen Heinrich Herbrügger die Schüler in den zwei Wochen bei dem Kunstprojekt begleitet. Dabei waren Gemälde, Plastiken, Fotografien und Videos entstanden.

Interessant nun zu sehen, wie sich die Schüler mit dem vorgegebenen Thema auseinandergesetzt hatten. So hatten Yannic Fröhlich, Jannis Thies und Kim Eustachi ein Modell eines menschlichen Gehirns erstellt, die Quelle aller Gedanken und Ideen, und hatten die Gehirnströmungen mittels programmierter LED´s sichtbar gemacht. Paul Liam Hallmann und Carlo Göse nannten ihr Exponat „The reaction“. Eine Kugel auf einer Anordnung von schiefen Ebenen löst dabei eine Kettenreaktion aus. Viel Ideenreichtum, das Wissen um physikalische Gesetze und Bastelfreudigkeit waren bei der Umsetzung gefordert.

Einem sehr aktuellen Thema wandten sich Friederike Zörner, Magdalena Hänsel, Frida Pielgrzymowsi, Anna Serikowa, Asalija Saljalowa und Aida Chabrowa mit ihrem Exponat zu. Ein blaues Festkleid, mit fließendem Faltenwurf, wurde gerahmt von einem zerrissenen Fischernetz und viel Müll, den sie unter anderem auch im Park unweit des Kunsthauses entdeckt hatten. Jule Brunke und Mattis Geiersbach eröffneten die Ausstellung mit ihrer Performance „Phönix“. Sie demonstrierten den Kreislauf des Lebens sehr effektvoll. Denn der Mensch hofft und glaubt an den Phönix, der sich aus seiner Asche stets neu erheben wird.

Es war nun das vierte Jahr, in denen sich die jeweils neunten Klassen der Gymnasien aus Salzwedel und Russland zu der Gestaltung von Kunstprojekten treffen. Tatjana Sungatullina betont, dass es eine ganz tolle Sache ist. Sie dankte für die freundliche Aufnahme in der Altmark und hofft, dass, was auf kleiner Ebene funktioniere, trotz unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten und letztendlich der Sprache, auch in der großen Politik möglich sein müsse.

Die Ausstellung ist für eine Woche während der Öffnungszeiten des Kunsthauses zu sehen.

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