Vom Ort der Belehrung zu Lebensort

Pädagoge referiert in der Jeetzeschule

Von Jörg Schulze VOLKSSTIMME

Salzwedel l Die Leistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts stellt neue Anforderungen an die heutige Schülergeneration. Digitalisierung, Mobilität und völlig neue Tätigkeitsfelder sorgen für einen grundlegenden Umbruch der Arbeitswelt. Darin sind sich alle Experten einig. Doch wie können Schüler darauf vorbereitet werden? Was muss Schule leisten und kann die vor mehr als 100 Jahren entwickelte Montessoripädagogik, die Jugendlichen von heute auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten?

Unternehmen helfen freien Schulen

Für Claus-Dieter Kaul steht die Antwort fest. „Reformpädagogik nach Montessori kann sehr viel in dieser Richtung leisten“, erklärte der in Bayern lebende Lehrer am Dienstag in einer öffentlichen Veranstaltung in der Jeetzeschule. Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und Spaß an der Arbeit sind Grundpfeiler der Reformpädagogik. Immer mehr Unternehmen in Deutschland schätzen an ihrem Berufsnachwuchs gerade diese Eigenschaften und unterstützen daher Freie Schulen in ihrer Arbeit. Die Schule muss sich seiner Ansicht nach von einem Ort der Belehrung zu einem Lebensort wandeln. Sie soll Freude am Lernen vermitteln, und Wissen nachhaltig vermitteln.

Antje Pochte, Leiterin der Jeetzeschule, konnte mit Claus-Dieter Kaul einen namhaften Fachmann für die Montessori-Pädagogik in Salzwedel begrüßen.
Foto: Jörg Schulze VOLKSSTIMME

Frust bereits nach einem Jahr

Ein großes Lob zollte der Vordenker der Reformpädagogik am Dienstag der Salzwedeler Jeetzeschule. Insbesondere das Projekt der Jeetzefarm beeindruckte Kaul. Aus guten Grund. Schließlich können Kinder hier ihr erworbenes Wissen von Mathe über Physik bis Chemie fachübergreifend praktisch anwenden.

Der Referent des Abends absolvierte Ende der 60er Jahre sein Studium für Grund-, Haupt- und Realschule an der Universität Frankfurt/Main. In der klassischen Schule stieß er allerdings schnell an die Grenzen des Machbaren. Schon nach einem Jahr schied er gefrustet aus dem staatlichen Schuldienst aus.

In der Folge war er 15 Jahre lang an Montessori-Schulen tätig, Seit 1988 leitet er Seminare, Workshops und Montessori-Lehrgänge in verschiedenen Ländern. Von 1990 bis 2014 war Kaul Leiter des Instituts für ganzheitliches Lernen.

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