Wenn aus Papier Bäume werden

Salzwedeler Jeetzeschüler beschäftigen sich mit der Nachhaltigkeit

Rund um das Thema Nachhaltigkeit ging es im jüngsten Projekt der Klassenstufe 9 derJeetzeschule Salzwedel. Wie werden wir künftig leben? Woher kommt unsere Energie? Können wir heute schon einen Beitrag leisten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Überlegungen der Schüler.

Die Auswirkungen der Kohlegewinnung auf die Natur waren das Thema von Jasmin Wodzitzka und Giéle Lamberts.
Fotos: Jörg Schulze – Volksstimme

„Algen sind das grüne Gold der Zukunft“, davon ist Franka Heckl überzeugt. Die Schülerin aus Quarnebeck hat sich im Rahmen ihrer Arbeit intensiv mit den Produkten der Klötzer Algenfarm beschäftigt. Dabei kam sie zu der Überzeugung, dass Algen künftig eine immer größere Rolle in unserer Ernährung spielen werden.

Algen erreichen einen Anteil an lebenswichtigen Proteinen von bis zu 70 Prozent. Erbsen kommen im Vergleich dazu nur auf bescheidene 30 Prozent. Schon heute sind Algen in vielen Lebensmitteln zu finden. Doch nicht allein die Algen beeindruckten die jungen Altmärkerin. Begeistert zeigte sich Franka darüber hinaus von den stetig optimierten Produktionsprozessen. So sank der Energieverbrauch in den vergangenen 20 Jahren um 30 Prozent, der Wasserverbrauch sogar um 50 Prozent.

Bedauerlich findet die Schülerin dass die im Jahr 1999 gegründete Algenfarm bei vielen Bürgern im Altmarkkreis Salzwedel noch immer wenig bekannt ist.

Mit ihrer Projektarbeit möchte Franka einen kleinen Beitrag dafür leisten dies zu ändern. Das Thema Ernährung mit Algen möchte sie auch künftig im Blick behalten.

Lieber baden statt baggern

Unter dem Titel Baden statt Baggern setzten sich Giséle Lamberts und Jasmin Wodzitzka mit der Energieerzeugung aus Braunkohle auseinander. Die Bilanz dieser Form der Energiegewinnung ist nach Ansicht der Schülerinnen ernüchternd. Über 120 000 Menschen mussten seit 1945 auf Grund der zusätzlichen Flächen für Tagebaue umgesiedelt werden. Allein für Garzweiler mussten sechs komplette Dörfer weichen. Mit dem Ende der Braunkohleförderung gibt es jedoch neue Probleme in den betroffenen Regionen. Die großen Wunden in der Erde können zwar kostenintensiv zu Seen und Biotopen umgestaltet werden. Wertvolle Erdschichten sind jedoch auf Dauer verloren. Schließlich kann ein Tagebau bis zu 450 Meter tief sein.

Raik Ohlmeyer freute sich über 150 Euro von Norine Schulze. Im Herbst setzt der Förderverein dafür Apfelbäume im Gehege der Esel und Pferde.

Das Fazit der beiden Mädchen nach der Recherche: Diese Form der Energiegewinnung hat keine Zukunft.

Ganz anders beurteilt Julian Wendlandt in seiner Arbeit die Möglichkeiten der Energiegewinnung mittels Sonnenlicht. „Ob Solarthermie oder Fotovoltaik, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt: warmes Wasser, Strom für Elektrogeräte oder sogar Autos“, schwärmte der Schüler.

Unbegrenzter Energievorrat

Auf die Idee für das Projekt kam Julian übrigens auf dem Grundstück seiner Eltern. Hier erlebt er täglich, dass die Nutzung von Sonnenenergie absolut praxistauglich ist und damit einiges erreicht werden kann.

Einen praktischen Beitrag für eine intakte Umwelt wollte Norine Schulze leisten. Ihr Ansatz: der ökologische Anbau von Lebensmitteln im städtischen Raum.

Warum nicht Obstbäume pflanzen? Sie liefern dauerhaft gratis Lebensmittel und speichern zudem Kohlendioxyd. Mit dem Förderverein für den Salzwedeler Tierpark war schnell ein dankbarer Partner gefunden. In Absprache mit Tierparkleiter Olaf Schawe einigten sich die Beteiligten darauf, die Bäume im Gehege für die Pferde und Esel zu setzen. Hier stehen sie geschützt. Sie bieten als zusätzlichen Effekt noch Schatten für die Tiere, liefern aber auch gesunde Leckerlis, wenn die Äpfel reif sind.

Julian Wendlandt zeigte großes persönliches Interesse an der Thematik Solarenergie.

Bei der Finanzierung der Bäume entschied sich Norine für das Sammeln von Altpapier. „Sonst wird aus dem Holz von Bäumen Papier gemacht. In meinem Projekt ist es umgekehrt, hier entstehen Bäume aus Papier“, erläuterte die Schülerin Insgesamt 650 Kilogramm konnte sie sammeln. Freunde, Bekannte und sogar ein Reisebüro haben sie bei der Aktion unterstützt, weil sie die Idee gut fanden.

Weiteres Geld kam durch eine Haustürsammlung im Salzwedeler Kronsberg zusammen. So konnte die junge Altmärkerin insgesamt 150 Euro nebst einer Liste der Spender an Raik Ohlmeyer als Chef des Fördervereins übergeben. Mit dem Setzen der Bäume möchte der Verein allerdings noch bis zum Herbst warten. Denn dann sei die günstigste Zeit, um neue Gehölze in den Boden zu bringen, war vor Ort zu erfahren.

Von Jörg Schulze – Volksstimme

Kunstprojekt 2021
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