Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel ruft bei Jeetzeschulbesuch zu Reformgeist auf

Salzwedel – Der Minister nahm sich viel Zeit für den Besuch. Als Jeetzeschulleiterin Antje Pochte am späten Donnerstagvormittag den Magdeburger Tross um Sachsen-Anhalts Bildungsressortleiter Jan Riedel empfing, blieb der CDU-Politiker mehr als zwei Stunden, um sich ein Bild zu machen. Zunächst ging es zu einer Runde mit Kaffee und belegten Brötchen.

Neben den Schulvorstandsmitgliedern Jürgen Bode, Lutz Franke und Berthold Schulze als Geschäftsführer waren auch dessen Nachfolger Nico Schulz, Salzwedels Bürgermeister Olaf Meining sowie einige Schülervertreter aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen der Schule dabei.

Pochte erläuterte einleitend, dass es die Grundschule und den Hort erst seit 2022 gibt, die Sekundarschule selbst aber schon 21 Jahre. Das Prinzip mit drei Poolen (Projekt, Freiarbeit, Fachunterricht) sei dabei an beiden Schulteilen ähnlich. Dabei werde auch jahrgangsübergreifend betreut. Ein regelmäßiger Austausch (Coaching) mit Pädagogen gehöre dazu. Bausteine in den Fächern werden nach der Lerngeschwindigkeit entsprechend unterrichtet.

„Wir freuen uns im Land Sachsen-Anhalt Reformschulen zu haben“, entgegnete Riedel im Anschluss. Er wisse, dass diese Schulen, so auch die Jeetzeschule, mit ihrem Konzept „beäugt“ werde. Man schaue aber schon auch „manchmal mit neidvollem Blick auf die Flexibilität“ dieser Schulträger. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten vom Hort bis zur Hochschule „bricht uns teilweise das Genick“.

Riedel nannte den individuellen Schulerfolg und das Ziel der Chancengleichheit als Punkte. Eine Option sei, gerade in Zeiten des demographischen Knicks mit sinkenden Schülerzahlen in Regionen wie der Altmark auch andere Wege in Betracht zu ziehen. Eine Idee sei der „Campus“-Schule mit beispielsweise Förder-, Sekundarschule und Gymnasium an einem Ort beziehungsweise betreut aus einem Kollegium als Ressourcenbündelung. Es reiche nicht, Schule wie vor 30 Jahren zu denken.

Im Anschluss an das Tischgespräch zog die Runde durch die Schulteile und besuchte unterschiedliche Klassenstufen. Dabei suchte Riedel auch immer den direkten Kontakt zu den Schülern und informierte sich in lockerer und empathischer Herangehensweise über ihren Alltag. Zum Abschluss fuhr die Runde zur Jeetzefarm, ein kleiner Bereich am Ufer des Flusses, den die Hansestadt und der VKWA den Schülern zur Gestaltung in ein Klassenzimmer im Grünen überlassen haben.

Quelle: Von LEIF GOETZIE

Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 10.10.2026, Seite 3

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