Salzwedel. „Ich bin auf einem Boot aus Syrien geflohen. Zusammen mit 265 anderen Menschen war ich über zwei Wochen auf einer Nussschale gefangen“, erzählt Ephram. „Ich möchte nicht, dass ihr so etwas jemals erleben müsst“, wendet sich der 47-Jährige, der in seiner Heimat als Zahntechniker gearbeitet hat, an die Elft- und Zwölftklässler der Theatergruppe der Jeetze-Schule.
Schon vor einem halben Jahr hatten die Theaterpädagoginnen Nicoletta Geiersbach und Charlotte Knappstein die Idee zu einem Stück über die Flüchtlingsproblematik. Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung wird das Theaterprojekt nun umgesetzt.
Farin (40) floh 2004 aus dem Iran. Dort drohten ihm fünf Jahre Gefängnis, weil er sich gegen die Regierung geäußert hatte. Über die Türkei, mit gefälschten Pässen für 20 000 Euro, floh der studierte Metallbauingenieur mit seiner Frau und dem Sohn nach Deutschland. „Wir haben alles zusammen gespart, unsere Familien haben uns Geld gegeben. Ich vermisse meine Heimat, aber ich kann nicht mehr zurück“, erzählt Farin. Weil er keine Arbeit findet, macht er eine Ausbildung als Schweißer, doch noch immer will ihn keiner einstellen. 2008 wurde sein Asylantrag anerkannt. Anfang 2015 erfüllte er sich dann einen Traum und eröffnete eine orientalische Bäckerei.


















