Die zehnte Auflage eines besonderen Marktes
#Salzwedel
Viel Liebe und Arbeit haben die Mädchen und Jungen der Salzwedeler Jeetzeschule in die Vorbereitungen für ihren Funkelmarkt gesteckt. „Allein in einem Traumfänger stecken knapp drei Stunden Arbeit“, erklärte Hanna, Schülerin der Amazonas-Gruppe. Gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin Helena bot sie am Freitagabend die kleinen Kunstwerke am Stand der Schüler der Klassenstufe 5 und 6 an. Neben den Traumfängern hielten die jungen Markthändler selbst gefertigte Gestecke, Kerzen und Schokofrüchte für die Besucher bereit. Diese ließen sich nicht lange bitten und griffen eifrig zu. Für die Organisatoren der Veranstaltung war es in diesem Jahr eine besondere Veranstaltung. Immerhin war es die nunmehr 10. Auflage des Funkelmarktes. Von Beginn an dabei war Beate Klaas. „Den ersten Markt auf dem Schulgelände gab es 2015. Fünf Stände waren es damals“, blickte die Leiterin des Schulsekretariats zurück. Was sie und die anderen Organisatoren um Schulleiterin Antje Pochte besonders freut, sind die zahlreichen ehemaligen Schüler, die den Funkelmarkt für ein Wiedersehen nutzen.
Salzwedel – Sie ist weit und breit die einzige Schule ihrer Art, die reformpädagogische Jeetzeschule in Salzwedel. In diesem Jahr feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen. Die Ganztagsschule, die nach Maria Montessori-Modell sehr auf Freiarbeit und selbstbestimmtes Lernen setzt, vereint bis zur zehnten Klasse alle Schulformen miteinander. Das Abitur kann in einer gymnasialen Oberstufe angestrebt werden. Den Unterbau liefert die Jeetzegrundschule mit einer gemeinsam unterrichteten Stufe eins bis vier. Am vergangenen Freitagabend konnten sich Besucher beim Funkelmarkt ein Bild von der Schule machen.

Über 380 Schüler – mehr geht nicht
Der Markt öffnete seine Türen eigentlich von 16 bis 20 Uhr, doch bereits davor fanden sich viele Menschen, die auf und um den Schulhof herum Stände und Gänge bevölkerten. „Das ist noch gar nichts – hier ist später kein Durchkommen mehr“, antworteten Lehrerinnen unisono auf diese Feststellung zu früher Stunde.

Und tatsächlich verdichten sich die Gänge zwischen den vielfältigen Buden mit von Schülern selbst gefertigter Weihnachtsdekoration, -karten, Spielen und unterschiedlicher Auswahl fürs leibliche Wohl mit jedem Sonnenstrahl, der bei klarem Himmel und glühweintauglicher Kälte hinter dem Schulgebäude verschwindet.

Um den Glühwein kümmern durfte sich Schulleiterin Antje Pochte an der Feuerstelle. Dürfen deshalb, weil „die Schule für den Anlass lediglich den Platz zur Verfügung stellt“, wie Pochte sagte. Denn Eltern und Förderverein managen die Veranstaltung, die mit einer Corona-Pause schon durchgängig zum zehnten Mal stattfand. Gut 2000 bis 3000 Besucher seien es jedes Mal. Viele Eltern und Freunde der Familien sind darunter, aber die Schule zieht auch andere an.

„Wir können in jedem Schuljahr 20 Schüler neu aufnehmen. Es bewerben sich jedoch 60“, verrät die Schulchefin bei weißem Heißgetränk, mit oder ohne Schuss. Über 380 Kinder und Jugendliche, mehr geht nicht. Und dabei kommen viele schon aus dem nahe gelegenen Wendland, aber auch aus den Landkreisen Gifhorn oder Uelzen. „Bei den Schülern beträgt der Radius 60, beim Lehrpersonal 100 Kilometer“, so Pochte weiter.

Kleiner Jahrgang sammelt für Ball
Umso besser, wenn viele mit erfolgreichem Abschluss Platz für Neue machen. Der Abi-Jahrgang ist auf dem Fest neben Grundschülern und Mittelstufler, die mit dem Verkauf eigener Produkte die Klassenkassen aufbessern, mit einem Chili-Stand vertreten. Hier sammelt man für den Ball, der gemeinsam mit dem Absolventen der 10. Klasse im Freizeit- und Eventcenter stattfinden soll.

„Wir sind elf Abiturienten“, so einer aus der kleinen Runde. Das sei schon relativ wenig im Vergleich zu den Vorjahren. Zwanzig seien es sonst schon, aber in ihrem Jahrgang gingen alle anderen vorher ab. Umso besser also, dass sie den Saal traditionell nicht für sich allein belegen müssen.

An den Ständen herrscht nach und nach Hochbetrieb. Den Kindern sieht man die Freude an, dass sich ihre Mühe gelohnt hat und sich viele für ihre gelungenen Kreationen interessieren.
Markt steht unter gutem Stern
Auch 2025 erwischten die Jeetze-Schüler wieder einen Abend nach Maß. Trockene Kälte und eine Abendstimmung, die weihnachtliche Vorfreude mit strahlenden Lichtern und Appetit auf warme Speisen und Getränke zuließ. Die Kassen dürften mit nun prall gefüllt sein. Klassenfahrten und Ball können kommen.

Quellenangabe: VON LEIF GOETZIE Altmark Zeitung vom 25.11.2025, Seite 3
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