Handwerk überrascht Achtklässler / Fingerhut: Versuchen, Schüler zu begeistern

Salzwedel – Köstlicher Bäckereiduft erfüllte die Schulküche der Jeetzeschule in Salzwedel. Angeleitet von Karin Beier, der Chefin der Apenburger Landbäckerei, formten die Schülerinnen und Schüler eifrig kleine Hefefiguren. Die Backstube war nur eine von sechs Stationen, an denen sich die Achtklässler über verschiedene Handwerksberufe informieren konnten – von Brückenbau über Kräutertrocknung bis hin zur Brillenherstellung.

Dass Tischlerei nicht nur etwas für Jungs ist, können Mädchen in der Werkstatt erfahren. ©Angelika Blank (3)

Der Vorstellungstag der Handwerksbetriebe war Teil der Handwerkerwoche an der Jeetzeschule. Nach Exkursionen ins Museumsdorf Diesdorf und die Behinderteneinrichtung terra est vita stellten an insgesamt zwei Tagen ganze zwölf Betriebe ihre Arbeitswelt vor.

Einer der sechs Betriebe, die sich präsentierten, war die Tischlerei Pieper aus Ahlum. Nach einer Einführung in das Berufsbild und einer Vorstellung verschiedener Holzarten ging es ans Werk: Aus vorbereiteten Leisten sollten die Schüler Schlüsselanhänger herstellen.

Wie liegt es sich in einem Sarg? Auch das konnte am Stand des Beerdigungsunternehmens Schmidt-Maury ausprobiert werden. ©Angelika Blank (3)

Ein Stand bekam jedoch eine besondere Portion Aufmerksamkeit: Die Präsentation des Bestattungsbetriebs Schmidt-Maury aus Gartow sorgte für aufgeregtes Interesse. Kaum ein Schüler hatte eine Vorstellung davon, was zwischen Tod und Beerdigung alles bedacht und organisiert werden muss und wie es gelingt, die Toten im Sarg so schön wie möglich herzurichten. „Es ist gut, einmal zu erfahren, was bei einer Beerdigung alles zu bedenken ist und was in so einem Betrieb passiert“, kommentierte eine Schülerin nachdenklich. „Bis jetzt hatte ich davon keine Ahnung.“ Bei allem Interesse konnte sich jedoch keiner der Achtklässler vorstellen, diesen Beruf zu ergreifen.

Schöne Schnecken zu formen, ist gar nicht so einfach. Doch mit etwas Hilfe gab es am Ende Brötchen. ©Angelika Blank (3)

Ein zentrales Ziel der Handwerkerwoche ist es, Unkenntnis und Vorurteile über handwerkliche Berufe abzubauen. „Es ist schade, dass sich so wenige Jugendliche für diese Berufe entscheiden“, sagt Berit Fingerhut vom Sozialpädagogenteam. Sie fügt hinzu: „Wir wollen die Branche stärken und versuchen, den einen oder anderen Schüler für handwerkliche Tätigkeiten zu begeistern.“ Sie weiß, wie wichtig es ist, solche Berufe als attraktive Berufsmöglichkeiten sichtbar zu machen. Denn Landbäckerin Karin Beier ist nicht die Einzige, die nicht weiß, wer ihre Bäckerei übernehmen wird, wenn sie aufhört.

Die Handwerkerwoche ist ein fester Bestandteil der Berufsorientierung an der Jeetzeschule. Bereits ab der fünften Klasse gehört dort Einführung in das Berufsleben zum Unterrichtsprogramm. Wer weiß, vielleicht hat die Erfahrung, dass sie aus einem Klumpen Teig ein braun gebackenes, köstliches Brötchen herstellen können, einige Schüler motiviert, den Beruf zu ergreifen. Die Tüten mit den noch warmen Backwaren wurden jedenfalls stolz davongetragen.

Quellenangabe: VON ANGELIKA BLANK Altmark Zeitung vom 16.03.2026, Seite 3

Interesse an einem kostenlosen Testzugang zum ePaper? Bestellen Sie hier: https://meinabo.az-online.de/abo/#abo-pricing . Der Test endet automatisch. 

Translate »

Pin It on Pinterest

Share This
Consent Management Platform von Real Cookie Banner