Die Identifikation gespürt

Zwei spannende Tage für die Jeetzeschule in Salzwedel: Die Jury des Deutschen Schulpreises besuchte die Bildungsstätte.

Quelle: Von David Schröder › VOLKSSTIMME

Salzwedel l Eine wichtige Hürde auf dem Weg zur besten Schule Deutschlands konnte die Jeetzeschule in Salzwedel bereits mit Erfolg nehmen. Im Feld der insgesamt 78 Bildungseinrichtungen, die eine Bewerbung zum Deutschen Schulpreis 2019 abgegeben haben, konnte sich die Schule unter den besten 20 Teilnehmern platzieren.

Wie hoch die Anforderungen allein dafür sind, zeigt ein Blick auf die Liste der verbliebenen Mitbewerber. Neben den Altmärkern konnte sich nur die Kurfürst-Moritz-Schule aus Moritzburg in Sachsen als Teilnehmer aus den neuen Ländern qualifizieren. In dieser Woche galt es, die nächste Herausforderung zu meistern und unter die besten 15 Schulen zu kommen, um somit bei der großen Preisverleihung im Juni in Berlin dabei zu sein.

Jury überzeugen

Dazu galt es am Mittwoch und Donnerstag, eine fünfköpfige Jury von den Stärken der reformpädagogischen Einrichtung zu überzeugen. Visitationen im Unterricht standen dabei ebenso auf dem Programm wie Gespräche mit der Schulleitung und mit außerschulischen Partnern.


Zum Abschied der Schulpreisjury stellten sich die Jeetzeschüler in der Form ihres Schullogos auf. Foto: Jörg Schulze VOLKSSTIMME

In bleibender Erinnerung dürfte den drei Jurymitgliedern Karin Brügelmann, Prof. Dr. Stefan Brauckmann und Dr. Wolfgang Wildfeuer die abendliche Gesprächsrunde mit Eltern und ehemaligen Schülern bleiben.

„In dem äußerst facettenreichen, lebensnahen Gespräch haben wir die Begeisterung und die Identifikation der Beteiligten mit dieser Schule gespürt. Diese Einrichtung ist nicht nur ein Lern-, sondern auch ein echter Lebensraum. Ein sehr interessantes Projekt mitten im ländlichen Raum“, stellte Prof. Dr. Brauckmann für die Jury fest.

Ehemalige informieren

Vorausgegangen waren dieser Einschätzung knapp 80 kurzweilige Minuten. In diesen ging es unter anderem um die Motivation der Eltern, ihre Kinder trotz zusätzlichem Schulgeld auf eine reformpädagogische Schule zu geben, die Zusammenarbeit mit den Pädagogen, die soziale Zusammensetzung der Klassen und die Möglichkeiten der Familien, sich in das Schulleben mit einzubringen.


Prof. Dr. Stefan Brauckmann (2. von links), Mitglied der Schulpreisjury, im Gespräch mit Absolventen der Jeetzeschule. Foto: Jörg Schulze VOLKSSTIMME

Interessiert folgte die Jury zudem den Ausführungen ehemaliger Jeetzeschüler. Diese gaben zugleich einen kleinen Einblick in die Entwicklung. So gehörte Alina Jürgens im Jahr 2014 zu den ersten Abiturienten der Bildungsstätte. Im Anschluss absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Erziehungswissenschaften in Braunschweig.

„Die Skepsis gegenüber dieser Schule war in der Region allgegenwärtig“, blickte sie zurück. Zweifel gab es selbst an der Universität. Das hat sich heute bereits zu einem großen Teil gewandelt, sagte Jaspar Florian, Abiturjahrgang 2018.

Sehr kooperativ

Abschließend konnte die Jury, zu der noch die Bildungsexperten Prof. Dr. Thomas Häcker und Lutz Bessel gehörten, aufgrund des laufenden Verfahrens keine genaue Positionierung der Schule in der Endabrechnung nennen. Doch Wolfgang Wildfeuer erklärte, dass in Salzwedel deutlich wurde, dass die Schüler an der Jeetzeschule sehr intensiv und angstfrei lernen. „Sie sind sehr konzentriert in ihren Lernwegen und untereinander sehr kooperativ. Das ist ein besonderes Qualitätsmerkmal“, betonte der Experte. „Alle fühlen sich füreinander verantwortlich“, ergänzte Karin Brügelmann.


Schulleiterin Antje Pochte stellte sich gestern auch den Fragen eines MDR-Fernsehteams. Foto: Jörg Schulze VOLKSSTIMME

Schulleiterin Antje Pochte zeigte sich mit den zwei Tagen, vor denen man sehr aufgeregt gewesen sei, sehr zufrieden. „Ich weiß jetzt auch Punkte, wo wir noch nachbessern können“, berichtete Pochte. Von der Schulleiterin und der Jury gab es ein besonderes Lob für die Jugendlichen, die eine Schulführung organisiert hatten. „Die hatten direkt einen eigenen Plan“, erklärte Pochte. „Toll gemacht“, meinte die Jury.

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